NÖ intensiviert wirtschaftliche Beziehungen zu Südtirol

Politik & Wirtschaft

Wirtschaftsstandorte, Herausforderungen, Chancen

NÖ intensiviert wirtschaftliche Beziehungen zu Südtirol

15. Okt. 2021 | St. Pölten

Verschiedene Wirtschaftsstandorte, ähnliche Herausforderungen, optimistische Prognosen, große Chancen: So lässt sich die die aktuelle wirtschaftliche Situation in Südtirol im Vergleich zu Niederösterreich beschreiben.

Auf Initiative der Wirtschaftskammer NÖ besuchte eine hochkarätige Wirtschaftsdelegation der WKNÖ und des Landes NÖ mit Präsident Wolfgang Ecker und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger an der Spitze im Rahmen einer „Fact Finding Mission“ die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen und Brixen. Neben dem Austausch mit den Top-Playern der Südtiroler Politik und Wirtschaft, standen der Besuch bei innovativen Forschungseinrichtungen sowie lokalen Vorzeigeunternehmen-Unternehmen am Programm.

„Unsere gemeinsame Studienreise bestätigt ein ums andere Mal, dass intensive Kontakte zu unseren Nachbarn positive Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Wirtschaftsstandorte haben. Die wirtschaftlichen Beziehungen Niederösterreichs mit Südtirol waren nie enger als heute, zum Gewinn für Land und Leute in beiden Regionen. Diesen intensiven Erfahrungs-und Informationsaustausch wollen wir in den kommenden Monaten fortsetzen und weiter forcieren“, betonen WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, die vor allem im Tech- und Tourismusbereich die größten Ansatzpunkte mit Südtirol für Niederösterreich sehen.

Wirtschaftlich stehen die Zeichen in Südtirol, wie es sich auch in Niederösterreich darstellt, auf Wachstum. Mit Mitte des Jahres 2021 wurde das Niveau von vor der Krise erreicht und wie in Niederösterreich wird für 2022 ein Wachstum von über 4 Prozent prognostiziert. Vor allem die Südtiroler Exportwirtschaft hat die Krise gut überwunden. Alleine die Exportbilanz mit Österreich weist für die ersten sieben Monate 2021 ein Wachstum von 27 Prozent auf.

Vom Technologiepark mitten im Stadtzentrum bis zum Baumhotel am Berg

Am Programm der Studienreise standen neben Fachgesprächen in der Handelskammer Bozen unter anderem eine beeindruckende Besichtigung des österreichischen Vorzeigeprojektes WaltherPark Bolzano-Bozen von Investor René Benko, der größten privaten Investition in Südtirol. Die Innovationskraft und der Tech-Spirit waren im NOI Techpark Südtirol für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah spürbar. Beim Südtiroler Top-30-Unternehmen Markas mit über 10.000 MitarbeiterInnen, davon über 1.200 in Österreich, präsentierten die Geschäftsführer Evelyn Kirchmaier, Christoph Kaslatter sowie Markas Österreich-Chefin Gerlinde Tröstl eindrucksvoll, wie der systemrelevante Dienstleister auf dem Gebiet „Facility Services“ die Covid-Pandemie meisterte. Den Abschluss bildete ein Besuch im größten Baumhotel Italiens. Top-Unternehmer Markus Huber hat in Brixen das „My Arbor“ im Pfahlhaus-Stil errichten lassen und es wurden dabei ausschließlich nachhaltige Materialien der Region verwendet. Begleitet wurde die Delegation von der Wirtschaftsdelegierten Gudrun Hager und dem Team des AußenwirtschaftsCenters Mailand.

Kooperationen im Fokus der Treffen mit Südtiroler Landesräten

Im Zuge der Studienreise stand auch ein dichtes politisches Besuchsprogramm auf der Agenda. Tourismuslandesrat Jochen Danninger und Wirtschaftskammer Niederösterreich-Präsident Wolfgang Ecker trafen in Bozen mit gleich drei Landesräten Südtirols zusammen. Beim Treffen mit Landesrat Arnold Schuler standen Kooperationen im Tourismus im Fokus, mit Amtskollegen Philipp Achammer wurde die enge Zusammenarbeit der Branchennetzwerke bekräftigt und mit Sanitätslandesrat Thomas Widmann wurden die Auswirkungen der Pandemie auf den gemeinsamen Wirtschaftsraum erörtert.

Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker sieht durch den internationalen Austausch ein großes Potential: „Die gute Zusammenarbeit der Länder mit der Wirtschaft sorgt für eine Win-Win-Situation, für die Betriebe als auch deren Kunden, die bewährtes Service und beste Qualität genießen können. Die derzeit größte Herausforderung in der Gastronomie und Hotellerie ist der Mangel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der in ganz Europa akut ist. Mit gezielten gemeinsamen Maßnahmen müssen wir hier alles tun, um diesen entgegenzuwirken. Hier braucht es nicht nur eine regionale, sondern auch eine internationale Zusammenarbeit. Der Erfahrungstausch zwischen Niederösterreich und Südtirol ist hier ein wichtiger Ansatz, um voneinander zu lernen und um gemeinsam nachhaltig weiter durchstarten zu können.“

„Es ist erstaunlich wie viele Gemeinsamkeiten die beiden Regionen aufweisen. Die Themen Kulinarik und Wein sowie Innovation und Digitalisierung sind sowohl in Südtirol wie auch in unseren Wirtschafts- und Tourismusstrategien fest verankert. Wir sehen hier gemeinsam ein enormes Potenzial. Durch eine intensivere Zusammenarbeit mit Südtirol erhoffen wir uns frische Impulse für Niederösterreich. Unser Arbeitstreffen verliefen überaus vielversprechend und ich freue mich auf das, was in den nächsten Jahren entstehen wird“, betont Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Jochen Danninger.

Workshops zu Wein, Kulinarik und Kultur

Im Tourismus wurden Workshops zum Transfer von Markt Know-how besprochen – vor allem in den Bereichen Wein, Kulinarik und Kultur. Operativ werden sowohl die Niederösterreich Werbung wie auch die IDM Südtirol stark eingebunden sein und an der Umsetzung der Kooperationsmaßnahmen mitarbeiten. Südtirols Tourismuslandesrat Arnold Schuler begrüßt den intensiven Austausch mit Niederösterreich und unterstreicht: „Der Erfahrungs- und Informationsaustausch mit Niederösterreich ist für uns von großer Bedeutung. Wie auch in Südtirols Tourismusentwicklungskonzept dargelegt, stehen nämlich künftig nicht nur branchenübergreifende, sondern auch die grenzüberschreitenden Kooperationen im Fokus.“ Italien ist seit Jahren unter den Top 10 der wichtigsten Auslandsmärkte für Niederösterreich. Knapp 60 Prozent der Nächtigungen von italienischen Gästen in Niederösterreich werden in den Sommermonaten, also Mai bis Oktober, generiert. Die weitaus meisten Nächtigungen entfallen hier auf den Monat August (knapp 15.000 Nächtigungen). Den größten Anteil (knapp 38 Prozent) an Nächtigungen verzeichnet die Destination Wienerwald, dicht gefolgt von der Destination Donau Niederösterreich mit rund 29 Prozent.

Im Zuge des Besuchs im NOI Techpark Südtirol, dem Innovationsviertel der Region, wurde die seit 2014 bestehende Kooperation zwischen ecoplus und diesem Park auf neue Beine gestellt. Schwerpunkte der von der Europäischen Union mitfinanzierten Projekte zwischen Niederösterreich und Südtirol sind die Nutzung neuer Innovationsmethoden und die Entwicklung von überregionalen und themenübergreifenden Clusterpartnerschaften. Digitalisierung und Globalisierung lassen neue Geschäftsmodelle mit zunehmender Geschwindigkeit und Komplexität entstehen. Niederösterreich und Südtirol arbeiten hier mit acht weiteren europäischen Regionen eng zusammen, um diesen neuen Herausforderungen so effizient als möglich begegnen zu können. Hier hat sich die Kooperation der beiden Regionen hervorragend bewährt, diese soll daher weiter forciert und auf neue Beine gestellt werden.

Landesrat Philipp Achammer betont ebenso die fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen Südtirol und Niederösterreich in verschiedenen Bereichen: „Die Kooperation zwischen unseren Regionen ist uns auch zukünftig wichtig: Dadurch schaffen wir proaktiv Innovationsanreize, regen Ideen an oder Lösungen können schnell identifiziert und in Anwendung gebracht werden.“

Marktchancen in Südtirol – Exklusives Angebot für exportinteressierte NÖ Unternehmen

Für alle niederösterreichischen Unternehmen besteht am Mittwoch, den 17.November in der Wirtschaftskammer NÖ in St. Pölten die Möglichkeit im Rahmen eines Sprechtages mit Gudrun Hager, der Wirtschaftsdelegierten in Italien, die Marktchancen in Italien und speziell Südtirol persönlich zu besprechen und Marktchancen auszuloten. Mehr Informationen unter [[link:]wko.at/noe/aw]

Zahlen, Daten, Fakten zum Wirtschaftsstandort Südtirol

· Eine der wirtschaftsstärksten Provinzen Italiens und Europas

· Hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit: 4,92 Mrd. Euro (2020) Warenexporte


Bruttoinlandsprodukt/Kopf: 45.692 Euro (2020)

Bevölkerung: 534.280 (2021)

Reales Wirtschaftswachstum: 2020: -10%, 2021: 4% prognostiziert

Inflationsrate: 1,5% (2020), 2,4% (2021)

Arbeitslosenrate: 3,8% (2021), 5,7% (1.Q. 2021)

Laut Prognose des WIFO ist das BIP für das Jahr 2020 in Südtirol um 10% gesunken, soll 2021 wieder etwas anziehen und ein Plus von ca.4% verzeichnen.

In Südtirol listet das Handelsregister 59.874 aktive Unternehmen und 230.600 Arbeitnehmer im 1.Quartal 2021 auf. Die aktiven Unternehmen werden in Klein- und Mittelunternehmenskultur, die vordergründig im Raum Bozen angesiedelt sind, unterteilt. 39% der Unternehmen beschäftigen 1 bis 9 Mitarbeiter und haben ihren Sitz zu 25% in der Stadt Bozen bzw. 36% im Bezirk Bozen Stadt/Land (Bozen und Salten-Schlern).

Die am meisten nachgefragten Südtiroler Produkte im Ausland bleiben 2020 Maschinen und Anlagen (931 Mio. bzw. 815 Mio. Euro), Nahrungsmittel und Getränke (858 Mio. bzw. 880 Mio. Euro) sowie Transportmittel (747 Mio. bzw. 626 Mio. Euro). Landwirtschaftliche Produkte (551 Mio. bzw. 622 Mio. Euro) verzeichneten im 4. Quartal 2020 im Vergleich zu 2019 ein Plus von 13,3%.

Die wichtigsten Importgüter 2020 finden sich in der Kategorie Nahrungsmittel und Getränke (833 Mio. bzw. 711 Mio. Euro), Metalle und Metallprodukte (649 Mio. bzw. 571 Mio. Euro) sowie Maschinen und Anlagen (606 Mio. bzw. 541 Mio. Euro). Besonders stark ist Südtirols Wirtschaft bei „Green Technologies“ und im Bereich Alpine Technologien (u.a. Schneeerzeugung und Personen- und Materialbeförderung). Zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren zählen die Branchen IT und Automatisierung.

Mehr Informationen unter wko.at/aussenwirtschaft/it

Fotocredit: WKNÖ

Text: WKO NÖ, 15. Okt. 2021

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